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Handout zur Lehrveranstaltung Persönlichkeitspsychologie IV: Praktikum

Dipl.-Psych. M. Romppel
SS 1996

Übersicht:


Rahmenbedingungen

Das Ziel des Praktikums ist es, Erfahrungen bei der Umsetzung von differentiell-psychologischen Fragestellungen in empirische Forschung zu sammeln, um das Verständnis für methodisch kontrollierte Forschung auf diesem Gebiet zu erhöhen. Es soll auch auf die am Ende des Studiums durchzuführende eigene Forschungsarbeit (Diplomarbeit) vorbereiten.

Die Teilnahme am PP-Praktikum ist nach der Studienordnung für jeden Psychologiestudierenden Pflicht, obgleich kein Leistungsschein erworben werden muß. Anforderungen für

  1. Studierende, die einen Schein erwerben wollen:
  2. Studierende, die keinen Schein erwerben wollen
Über die Arbeitsanteile der Teilnehmer an der Untersuchung und am Praktikumsbericht soll ein Vorwort zum Bericht informieren. Die Teilnahme am PP-Praktikum setzt den Arbeitseinsatz (1) oder (2) voraus. Bloßes Zusehen-/Zuhörenwollen (von "Trittbrettfahrern") würde stören. Die PP-Teilnehmer (1) und (2) können zur Prüfung in Persönlichkeitspsychologie das erste Thema (25%-30% der Prüfungszeit) selbst wählen.

Themen

In diesem Semester werden zwei Themenbereiche zur Wahl gestellt: Handschrift und Forschungsmöglichkeiten im Internet. Die Teilnehmer sollen sich möglichst gleichanteilig auf die beiden Bereiche verteilen. Zu beiden Themen existiert ein ausführlicheres Skript, das zur ersten Orientierung dienen und bei der Entwicklung einer eigenen Fragestellung behilflich sein soll.

Einführung in das Thema "Handschrift"

Trotz des technischen Fortschritts (Schreibmaschine, Textverarbeitungssoftware) spielt die Handschrift immer noch in bestimmten Bereichen eine sehr große Rolle: Beim Anfertigen von Notizen (obwohl auch hier zunehmend mobile Computer zum Einsatz kommen), bei bestimmten Formen persönlicher Kommunikation (es wäre z.B. befremdlich, ein maschinengeschriebenes Kondolenzschreiben oder einen maschinengeschriebenen Liebesbrief zu erhalten) und nicht zuletzt bei der individuellen Legitimation durch die Unterschrift (obwohl auch dieser Vorgang zunehmend durch Passwörter und Pin-Codes ersetzt wird).

Vor allen Dingen die - durch diese Legitimationsfunktion der Unterschrift betonte - Individualität der Handschrift ist faszinierend. So ist es nicht erstaunlich, daß es plausibel erscheint, diese Individualität mit der Individualität der Persönlichkeit in Zusammenhang zu bringen.

Mögliche Fragestellungen für das Praktikum könnten z.B. sein:

Einführung in das Thema "Forschungsmöglichkeiten im Internet"

Das Internet wird in der öffentlichen Diskussion der letzten Zeit in zunehmendem Maße thematisiert. Unter dem Schlagwort "Datenautobahn" oder "Information-Highway" werden auch von politischer Seite Initiativen für den Weg in die Informationsgesellschaft propagiert. Das Internet ist - grob gesagt - ein weltweites Netz miteinander verbundener Computer, über das verschiedene Formen der Kommunikation und Datenübertragung abgewickelt werden können. Es kann gefragt werden, welche Möglichkeiten existieren, sich diese Technologie auch für die (psychologische) Forschung zunutze zu machen.

Neben der Unterstützung herkömmlicher empirischer Forschung durch Werkzeuge und Dienste des Internets (z.B. Recherchemöglichkeiten, Möglichkeiten der Kooperation und Diskussion), bietet es sich auch an, Untersuchungen direkt im Internet durchzuführen. Mit einigen Einschränkungen ist es möglich, fast das gesamte Spektrum an vorhandenen Datenerhebungsmethoden zu nutzen. Dabei kann danach unterschieden werden, ob der Untersuchungsgegenstand das Verhalten im Internet selbst sein soll oder ob das Medium Internet lediglich als Hilfsmittel zur Untersuchung nicht ans Internet gebundener Verhaltens- und Erlebensweisen genutzt wird.

Mit dieser Art der Forschung sind spezifische Vor- und Nachteile verbunden. Um die Möglichkeiten, die das Internet bietet, bewerten und in eine eigene Untersuchung umsetzen zu können, ist es erforderlich, sich zunächst wenigstens grob mit diesen Möglichkeiten vertraut zu machen.

Eine Fragestellung für die Praktikumsuntersuchung kann sich auf zwei Arten entwickeln: Einerseits kann die Fragestellung schon mehr oder weniger konkret vorliegen. Anhand der vorhandenen Möglichkeiten wird die Realisierbarkeit einer Untersuchung überprüft und gegebenenfalls die Fragestellung modifiziert. Andererseits könnte es sein, daß sich eine Fragestellung erst aus der Kenntnis der vorhandenen Möglichkeiten entwickelt. Beide Vorgehensweisen sind im Rahmen dieses Praktikums legitim.

Hinweise zur Anfertigung des Praktikumsberichts

Jede Arbeitsgruppe soll einen Bericht über ihre Semesterarbeit verfassen. Die Gruppenmitglieder sollen die Abfassung des Berichts unter sich aufteilen und kenntlich machen, von wem welcher Teil des Berichtes stammt. Die aktive Teilnahme am Praktikum zusammen mit der Abgabe eines Berichts schafft die Möglichkeit, in der Vordiplomsprüfung ein Einstiegsthema wählen zu können, mit dem die Prüfung beginnen soll. TeilnehmerInnen, die einen Schein erwerben möchten, sollten einen maßgeblichen Anteil am Praktikumsbericht haben. Dieser Beitrag wird für die Klausur am Semesterende angerechnet.

Die Praktikumsberichte zum Thema "Forschungsmöglichkeiten im Internet" sollten nach Möglichkeit, dem Thema entsprechend, in elektronischer Form als Hypertextdokument erstellt werden. Bei der technischen Umsetzung dieses Vorhabens können die TeilnehmerInnen auf entsprechende Unterstützung setzen.

Für das Titelblatt wird folgende einheitliche Form empfohlen:


Praktikumsbericht

Persönlichkeitspsychologisches Praktikum
SS 1996

(Leiter:         )

Thema:

Name	Verantwortlich für	Unterschrift
---------------------------------------------------------------
Name 1
Name 2
Name 3
---------------------------------------------------------------

Gliederung:

Verwendete Literatur:

Bei der Gliederung des Berichts sollten Sie sich an folgendem Vorschlag orientieren:
0. Vorwort
Aufteilung der Arbeit bei der Untersuchungsdurchführung. Persönliche Bemerkungen der Autoren und Autorinnen zur Semesterarbeit.
1. Einleitung
Hier werden sachliche (nicht persönliche, diese gehören ins Vorwort) Hintergrundinformationen gegeben, die die dann folgende Fragestellung begründen.
2. Fragestellung
Hier wird das Problemfeld selbst umrissen und erläutert.
3. Hypothesen
Hier werden die Erwartungen der VerfasserInnen niedergelegt, sofern Erwartungen vorhanden waren. Vermutlich waren auch dann Erwartungen vorhanden, wenn diese nicht als klar umrissene Hypothesen betrachten werden können, wie es bei Experimenten mit Variationen der Versuchsbedingungen in der Regel der Fall ist. Auch solche impliziten Erwartungen sollten hier, soweit möglich, explizit gemacht werden.
4. Methode
Hier wird die verwendete Methode begründet und beschrieben.
5. Durchführung
Hier wird der Ablauf der Untersuchung beschrieben, so wie er in dieser Untersuchung realisiert wurde.
6. Ergebnisse
Hier werden die Befunde dargestellt.

Gegebenenfalls werden zunächst Beispiele des Rohmaterials gegeben (etwa Ausschnitte aus Interviewprotokollen). Nicht verwertete Protokolle und Unterlagen werden, wenn sinnvoll, im Anhang des Berichts beigefügt.

Beschrieben wird sodann, wie das Rohmaterial der Untersuchung behandelt (zusammengefaßt, klassifiziert, kodiert, analysiert, ggf. quantifiziert) wurde.

7. Diskussion
Nach kurzem Hinweis auf das Hauptergebnis der Untersuchung werden Einschränkungen behandelt, sofern solche zu bedenken sind (Relativierung der Befunde, z.B. hinsichtlich ihrer Generalisierbarkeit).

Dann werden die Befunde interpretiert, in den größeren Kontext der eingangs beschriebenen Fragestellung eingebracht und Schlußfolgerungen gezogen.

Ausblicke auf zukünftige Untersuchungen derselben Fragestellung mit anderen Methoden oder erweiterter/veränderter Fragestellungen mit denselben Methoden usw. schließen die Diskussion ab.


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